Hommage an eine verschwundene Fähre
Die Maas war schon immer ein Fluss der Verbindung. An der Stelle der ehemaligen Fußgängerfähre zwischen Meeswijk und Urmond gab es bis in die 1950er Jahre eine Fähre. Der Fluss verband damals bereits beide Ufer. Die Bewohner des Maastals teilen daher eine gemeinsame Geschichte, Traditionen und Dialekte.
An diesem Ort erinnert Kruip mit ihrer Skulptur an diese Geschichte. Von Beginn des Projekts an war eine lokale Arbeitsgruppe aus Maasmechelen intensiv beteiligt. Sie hielten es für wichtig, dass das Kunstwerk das Landschaftserlebnis stärkt, ohne es zu dominieren. Gemeinsam mit Z33 und RLKM befassten sie sich mit dem Charakter des Ortes, seiner Geschichte und dem Wunsch nach einem zurückhaltenden, poetischen und bedeutungsvollen Werk. Germaine Kruip wurde einstimmig ausgewählt, um diese Ambition umzusetzen.
Reflection ist nicht nur eine Skulptur, sondern auch ein Musikinstrument. Besucher können es mit einem speziell entworfenen Schlägel anschlagen, wodurch ein klingender Ton erklingt. Dieser meditative Gong erinnert an die Glocke der alten Fähre, die bis in die 1950er Jahre an diesem Ort zu hören war. Dieser Ton drückt eine Sehnsucht nach Verbindung aus: mit dem anderen Ufer, mit der Landschaft und mit dem Moment.
Die Skulptur besteht aus einem fünf Meter langen vertikalen Messingbalken, der Klang erzeugt. Dieser wurde vom renommierten Instrumentenbauer Thein Brass aus Bremen maßgeschneidert gestimmt. Der Balken schwebt zwischen zwei schmalen Pfosten von zehn Metern Höhe, die 32 Meter voneinander entfernt stehen und so gestaltet sind, dass sie visuell in der Landschaft verschwinden. Zwei dazugehörige Bänke aus schwarzem Granit laden zur Ruhe ein und bieten Ausblick auf das Wasser.
Über Germaine Kruip
Kruip lebt und arbeitet zwischen Brüssel, Amsterdam und London. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Stedelijk Museum Amsterdam (NL), auf der Biennale von Sydney (AU), bei Art Basel (CH), Frieze London (UK), dem Manchester International Festival (UK), der Biennale von Puerto Rico (PR), im São Paulo Museum of Art (BR), im Hiroshima Museum of Contemporary Art (JP), im Rotterdamse Schouwburg (NL), im Kaaitheater in Brüssel (BE) und im Experimental Media and Performing Arts Center in Troy, New York (US) gezeigt.
Praktische Informationen
Das Kunstwerk befindet sich zwischen den Fahrradknotenpunkten 50 und 56 entlang des Deichs an der Maas. Es liegt 1 km von der Autofähre entfernt, und auch die orange (10 km) und blaue (5 km) Wanderschleife des Wandergebiets Leut führen hier entlang.
Über Kunst aan de Maas
Kunst aan de Maas ist eine Initiative von Z33, Haus für zeitgenössische Kunst, Design und Architektur (Hasselt), und Regionaal Landschap Kempen & Maasland. Das Projekt wird finanziell unterstützt von Flandern, insbesondere Toerisme Vlaanderen und dem Fonds Culturele Infrastructuur (FoCI), De Vlaamse Waterweg und fünf Maasland-Gemeinden (Kinrooi, Maaseik, Dilsen-Stokkem, Maasmechelen und Lanaken).
Der Auftakt des Projekts erfolgte mit Tree of Life von Mark Dion, das seit Sommer 2022 in Herbricht (Lanaken) zu sehen ist. Im vergangenen Jahr folgten Moeder! Oui dream till the end von Laure Prouvost am Bastion in Kessenich (Kinrooi) und Echoes of a Landscape von Adrien Tirtiaux an der Klauwenhofweg in Maaseik. Im Jahr 2026 folgen neben dem Werk von Germaine Kruip auch die Enthüllung von Future Fossil von Koen Vanmechelen in Dilsen-Stokkem sowie das Werk von Jennifer Tee in Maasmechelen.